Gemeinde Blankenheim

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Wirtschaftshof

Die repräsentativen römischen Gutshöfe waren gewöhnlich in einen Wohn- und einen Wirtschaftstrakt (pars urbana und pars rustica) unterteilt. In Hanglage befand sich das Hauptgebäude, das Wohnhaus des Besitzers oder Pächters, zumeist im oberen Hangbereich. Von dort hatte man in der Regel nicht nur eine schöne Aussicht, sondern auch eine gute Übersicht. Auf dem Wirtschaftshof standen Nebengebäude wie Ställe, Scheunen, Remisen, Werkstätten (z. B. eine Schmiede) und Gesindeunterkünfte, manchmal auch Darren und Keltern. Auf diese Weise war alles, was mit Lärm, Geruchsbelästigung oder auch Brandgefahr verbunden war, möglichst weit vom Wohnhaus entfernt. In Blankenheim sind bislang insgesamt sechs axialsymmetrisch einander zugeordnete Nebengebäude archäologisch nachgewiesen. Auf der östlichen Seite des Wirtschaftshofes lagen unmittelbar neben dem Wohnhaus ein Heiligtum und weiter hangabwärts möglicherweise eine Scheune und eine Remise. Auf der gegenüberliegenden westlichen Hofseite dürften sich das Haus des Gutsverwalters, dann ein Gesindehaus und ein Stallgebäude befunden haben. Der Wirtschaftshof, der auch heute noch ein beträchtliches Gefälle aufweist, war ehemals von einer niedrigen Bruchsteinmauer umgeben und allem Anschein nach terrassiert. Die Gebäude standen wohl auf Erdpodien. Die Zufahrt erfolgte vom Tal her. Die Bodenplatten, die heute im Weg durch den Wirtschaftshof verlegt sind, stellen Gerätschaften der römischen Landwirtschaft dar.

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