Gemeinde Blankenheim

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Remise

Für das ca. 350 m² große Wirtschaftsgebäude am Ostende der Hofanlage ist eine Interpretation als Remise naheliegend. Ebenso wie bei dem gegenüberliegenden Gebäude fand hier niemals eine flächige Ausgrabung statt. Die Grabungsdokumentation aus den ersten Jahren des 20. -Jahrhunderts belegt lediglich, dass dieser Bereich des Wirtschaftshofes durch den Ausgräber Constantin Koenen grob sondiert wurde. Immerhin konnte auf diese Weise die Größe des Baus erfasst werden, der anscheinend in zwei annähernd gleich große quadratische Räume unterteilt war. Das Gebäude liegt nahe am Hoftor. Deshalb könnten dort Karren, Wagen und andere größere landwirtschaftliche Geräte untergebracht gewesen sein. Zum Einfahren der Ernte und zum Transport der landwirtschaftlichen Erträge in die nächstgelegenen Marktorte nutzten die römischen Bauern Fuhrwerke, die von Ochsen oder Maultieren gezogen wurden. Der zweiachsige Lastwagen (plaustrum) war mit Leitern, Körben oder Netzen zur Befestigung des Ladeguts ausgestattet. Zum Transport empfindlicher Erntegüter wurden in der Regel mit Körben oder Holzbottichen bestückte einachsige Wagen (carrus) genutzt. Neben den Fahrzeugen fanden in der Remise sicherlich auch andere landwirtschaftliche Gerätschaften ihren Platz. Spaten, Hacken, Pflug und Egge dienten zur Bearbeitung des Bodens. Bei der Ernte kamen neben Sensen und Sicheln auch aufwendige Gerätschaften wie Mäh- und Erntemaschinen zum Einsatz. Zur Bearbeitung des geernteten Getreides nutzte man Dreschflegel und Worfeln. Eine Auswahl an landwirtschaftlichen Geräten - von der Vorbereitung des Bodens über Pflügen, Eggen und Säen bis zur Ernte - ist auf den Bodenplatten des mittleren Weges durch den Wirtschaftshof in Richtung Hauptgebäude dargestellt.

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