Gemeinde Blankenheim

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Historischer Bahndam

Nach fast drei Jahren Bauzeit wurde die knapp 25 Kilometer lange Bahnstrecke von Ahrdorf nach Blankenheim (Wald) am 1. Mai 1913 feierlich eröffnet. Auslöser für den Ausbau des Bahnnetzes in der Eifel war die ständige Angst vor einer französischen Revanche nach dem 1871 gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg. Der Eifel-Mosel-Raum gewann als potentielles Aufmarschgebiet für Truppen im Kriegsfall eine besondere strategische Bedeutung. Aufgrund des schwierigen Geländes gestaltete sich der Bau der relativ kurzen Nebenstrecke zwischen Ahrdorf und Blankenheim mit zahlreichen Brücken, Über- und Unterführungen, drei Tunneln, bis zu 30 Meter tiefen Felseinschnitten und 20 Meter hohen Bahndämmen aufwendig. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 7,75 Millionen Reichsmark. Der für die Baumaßnahme notwendige Bedarf an bis zu 1500 Arbeitern täglich konnte aus der Region allein nicht gedeckt werden, viele Gastarbeiter aus Italien und Kroatien wurden beschäftigt. Die beiden Weltkriege, in denen die Bahn durch Truppenund Materialtransporte voll ausgelastet war, überstand die Blankenheimer Nebenstrecke annähernd unversehrt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs waren es schließlich deutsche Truppen, welche die Bahnlinie zerstörten: Tunnel und Brücken wurden gesprengt und mit Bäumen als Panzersperren verbarrikadiert. Letztlich war dies kein großes Hindernis für die eintreffenden Amerikaner, die mit ihren Räumpanzern die Hindernisse in kürzester Zeit aus dem Weg schafften. Ab 1950 setzte man die Strecke nach und nach wieder in Stand. Der Personenverkehr wurde 1954 bis 1958 auf einem Teilabschnitt wieder aufgenommen. Zuletzt verkehrten nur noch drei Güterzüge pro Woche, bis 1967 wurde die Bahnlinie immer weiter abgebaut. Der Restabschnitt zwischen Blankenheim (Eifel) und Blankenheim (Wald) existierte noch bis 1977 als Industriebahn.

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