Gemeinde Blankenheim

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Hauptgebäude

Für das Hauptgebäude der Villa sind drei Bauperioden nachgewiesen: Ende des 1. Jahrhunderts entstand ein knapp 50 Meter langer und 17 Meter breiter sogenannter Risalitbau, an dessen Front jeweils an beiden Ecken quadratische Baukörper, die Risalite, vorsprangen. Dazwischen verlief ein Säulengang. Dieses Gebäude brannte um die Mitte des 2. Jahrhunderts ab und wurde durch einen Neubau ersetzt. Der Grundriss dieses Neubaus ist heute im Gelände durch Stahlbänder dargestellt, Mauerzüge und ehemalige Fußböden sind durch unterschiedliche Schotterung voneinander abgesetzt. Das Gebäude war mit seiner 55 Meter langen Fassade etwas größer als sein Vorgänger und wies an der Vorderfront einen durchlaufenden Säulengang (porticus) auf. Die heute hier errichtete moderne Stahlkonstruktion formt den Säulengang in seinen beeindruckenden Ausmaßen nach. In der Gebäudemitte befand sich ein großer Saal, der die beachtliche Größe von 140 Quadratmetern hatte und vom Säulengang aus betreten werden konnte. Das vom Besitzer oder Pächter der Hofanlage bewohnte Hauptgebäude war luxuriös ausgestattet: Mehrere Räume waren mit einer Fußbodenheizung (hypocaustum) versehen, die Wände waren farbig verputzt und die Fenster verglast. Im Norden befand sich ein ansehnlicher Badetrakt. Im 3.¬Jahrhundert fand ein größerer Umbau des Hauptgebäudes statt. Anscheinend aufgrund weiteren Wohnbedarfs erfolgten im Süden und Westen der Anbau mehrerer Räume und die Aufteilung des großen Mittelsaals. Dieses imposante Gebäude maß knapp 70 x 22 Meter. Der allmähliche Verfall des Gebäudes begann im 4.¬Jahrhundert. Die Heizungsanlagen wurden aufgegeben, einzelne Anbauten abgerissen, Tür- und Fensteröffnungen stellenweise zugemauert. Vermutlich wurde der Bau zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als Wohnhaus genutzt. Um die Mitte des 4. Jahrhunderts wurde der Blankenheimer Gutshof nicht mehr bewirtschaftet.

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