Gemeinde Blankenheim

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Gesindehaus

Das mittlere Gebäude der nördlichen Häuserflucht wurde bei den Ausgrabungen in den 1930er Jahren in einem schlechten Erhaltungszustand vorgefunden, wodurch sich die recht komplizierte Baugeschichte mit mehreren Umbauten nicht lückenlos nachvollziehen lässt. In der Römerzeit wies das Gebäude zunächst einen größeren Raum mit verschiedenen Feuerstellen auf, der später in mehrere Räume unterteilt wurde. Scheinbar war das Gebäude auch mit einem einfachen Bad und umlaufenden Lauben ausgestattet, was eine Nutzung als Wohngebäude nahelegt. Vermutlich war hier das Gesinde untergebracht. Zur Bewirtschaftung seines Hofes benötigte der Gutsbesitzer oder Pächter Arbeitskräfte, die sich um die Landwirtschaft, den Obst- und Gemüsegarten und das Vieh kümmerten; ihnen stellte er eine Unterkunft innerhalb der Hofanlage zur Verfügung. In den besonders arbeitsintensiven Phasen, z. B. bei der Feldbestellung, Aussaat oder Ernte, wurden in der Regel Tagelöhner angeworben. Sklaven setzte man in den landwirtschaftlichen Betrieben der germanischen Provinzen kaum ein. Es gibt Hinweise darauf, dass Teile des Gebäudes phasenweise als Schmiede genutzt wurden. Die römischen Gutshöfe waren meist ganzheitliche Wirtschaftssysteme und autarke Betriebe. Metallschmelzen und Schmieden dienten der Selbstversorgung mit Werkzeugen und der Instandhaltung von Gerätschaften und Fuhrwerken.

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