Gemeinde Blankenheim

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Beheizter Wohnraum

Der rechteckige, etwa 14 Quadratmeter große Raum war auf der Westseite des Hauptgebäudes angebaut und mit einer Fußbodenheizung (hypocaustum) versehen. Damit diente er vermutlich - auch wenn er unmittelbar an den Küchen- und Wirtschaftstrakt grenzte - als Wohnraum. Der Boden war mit wiederverwendeten Dachziegeln ausgelegt, bei denen man die Randleisten abgeschlagen hatte. Der eigentliche Fußboden des Wohnraums »schwebte« allerdings etwa 60-Zentimeter höher und ruhte auf Säulchen aus runden Ziegeln (suspensura): Auf großen quadratischen Ziegelplatten, die auf den Säulchen auflagen, war der Estrich aufgetragen. So konnte der Boden durch die in einem südlich angrenzenden Heizraum (praefurnium) erzeugte Heißluft, die über einen Kanal in den Unterbodenbereich gelangte, beheizt werden. Reste dieses von Südosten kommenden Heizkanals sind im Boden noch erkennbar. Häufig war die Fußbodenheizung auch - wie im Badetrakt der Blankenheimer Villa nachgewiesen - mit einer Wandheizung verbunden. Die warme Luft wurde in diesem Fall durch Hohlziegel (tubuli) geleitet, die auf die Wandflächen aufgesetzt waren. Der Reichtum des Besitzers und sein Wunsch nach gehobener Lebensart und Wohnkultur schlugen sich nicht nur in der Ausstattung seines Wohnhauses mit Badetrakt und beheizten Wohnräumen nieder. Die Wände waren auch mit farbigen Wandputzen geschmückt, wobei sowohl die Dekoration von Raumarchitektur in Form von Konsolen oder Gesimsen und die Nachahmung von marmornen Wandvertäfelungen als auch die Bemalung mit figürlichen Szenen nachgewiesen werden konnten. Zur Verdeutlichung der römischen Architektur und Funktionsweise der Fußbodenheizung wurde ein kleiner Teil des Schwebebodens in der nordwestlichen Raumecke rekonstruiert.

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